Donnerstag, 10. Mai 2012

Kommunikation als Problem der Moderne


Das 21. Jahrhundert hat begonnen. Ja, wir stecken mitten drin. Das Internet hat die Welt revolutioniert und soziale Netzwerke tragen zu einer bisher nie dagewesenen Informationsflut bei. So sehr diese ein Segen erscheinen, so sehr könnte man sie auch als Fluch bezeichnen. Man fragt sich als Jugendlicher, der mit den sozialen Netzwerken zusammen gewachsen und auch aufgewachsen ist, wie war das Leben wohl mal als es diese Möglichkeiten der Kommunikation noch nicht gab?
Plant man heute alle seine Aktivitäten über das Internet und soziale Netzwerke wie Facebook und Co., fehlt einem heute das Vorstellungsvermögen, wie dies noch vor 10 oder sogar 20 Jahren der Fall gewesen sein muss. Kommunikation ist auf eine neue und komplett andere Ebene aufgestiegen, oder hat sich zumindest in eine nicht zu erahnende Richtung entwickelt.
Als ich noch jung war, ja stolze 23 Jahre sind dem Rentenalter noch fern, doch die Schnelllebigkeit unserer Generation lässt es einem wie ein ganzes Leben erscheinen, da hatten wir zumindest schon Handys, ja ansonsten ein Telefon. Man musste nicht mehr raus aus dem Haus, um sich zu verabreden.
Heutzutage muss man nicht mal mehr das eigene Zimmer verlassen. Bequem vor dem Computer oder am besten mit Laptop oder Smartphone im Bett, lässt sich das soziale Leben außerhalb des Internet planen. Wenn man das den möchte. Man muss ja nicht. Computerspiele ermöglichen ein „soziales“ Leben in der virtuellen Welt für das man nie das Tageslicht gesehen haben muss. Und hier stellt sich die Frage ab wann die ständige Vernetzung zu einem Problem wird.
Ich möchte nicht das Internet an sich kritisieren, was bisher ungeahnte Möglichkeiten bietet und noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist, sondern im Gegenteil, gerade erst am Anfang steht. Aber zurück dazu, wie sozial das Leben vor 20 Jahren war. Ich kann es nur vermuten und so fällt mir die Vorstellung darüber sehr schwer. Kein Handy, kein Computer, kein Facebook. Die Straße diente der Kommunikation mit gleichaltrigen und natürlich spielte die Schule hier eine wichtige Rolle, um sich für später zu verabreden. Oder man traf sich halt eben irgendwo: Im geheimen Versteck, auf dem Spielplatz in der Ortsmitte, oder wo auch immer. Man kannte sich aus.
Aber heute muss man sich nicht mehr auskennen: Alles kann „gegooglet“ werden und so kann auch gleich die reale Welt mit der virtuellen Welt verschmelzen. Ich muss meine Freunde auch nicht mehr mit zum Einkaufen nehmen, um zu wissen, ob mir das Outfit steht. Ich kann ganz einfach die im Geschäft vorhanden Webcam nutzen und ein Foto von mir und meinem Outfit in Facebook posten. Meine Freunde können dann ganz bequem von Ihrem Smartphone zuhause im Bett oder im Urlaub am Strand ihre Meinung dazu abgeben. Man könnte dieses Beispiel noch weiterspinnen oder durch diverse andere Beispiele ganz einfach ersetzen.
Es ist für die heutige Jugend selbstverständlich überall erreichbar zu sein. Wenn man kein Handy hat oder kein Facebook hat, dann ist man von der Außenwelt abgeschnitten. Obwohl man genau dann eigentlich in dieser lebt: In der Welt außerhalb des ständigen Kommunikationszwangs.
Das Ende ist offen…